Welche Formen der Mediation gibt es?

Die jeweilige Form der Mediation wird von den Konfliktbeteiligten und dem Mediator vereinbart. Dabei haben sich einige Formen der Mediation besonders gut bewährt, über deren Eignung im konkreten Einzelfall mit dem Mediator gesprochen werden sollte. Es handelt sich hierbei um:

I. Telefonische Mediation

- Schnell und hoch effizient bei zeitlicher und örtlicher Flexibilität -

Diese Form der Mediation ist sehr effektiv, da die Konfliktparteien in ihrer gewohnten Umgebung, ohne terminliche Bindung, an der Konfliktlösung arbeiten können. Aus diesen Gründen lassen sich sogenannte „Shuttle-Mediationen“ in kurzer Zeit erledigen. Der Mediator nimmt abwechselnd mit der jeweiligen Konfliktpartei telefonischen Kontakt auf (Einzelgespräche).

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Der Mediator pendelt zwischen ihnen und der Gegenseite hin- und her, bis eine gemeinsame Lösung gefunden ist.

Vorteil:
Sie sparen sich neben Zeit, Kosten und Nerven, auch den Aufwand der An- und Abreise.

Anwendungsfelder:
Die telefonische Mediation lässt sich von festgefahren Verhandlungen bis zu hoch eskalierten Konflikten anwenden. Sie bezieht sich überwiegend auf die Sachebene (eine persönliche Beziehung ist kaum gegeben). Sie eignet sich auch sehr gut bei geringen Streitwerten.

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II. Kurz-Zeit Mediation

- Konzentrierte und verdichtete Mediation in nur einer Sitzung -

Die Kurz-Zeit Mediation ist eine spezielle Form der Mediation. Es geht darum, den gesamten Mediationsprozess in nur einer Sitzung (2-8 Std.) zu gestalten. Dies erfordert vom Mediator eine größere Vorbereitung der Mediation, eine stärkere Prozessgestaltung, sowie ein präzises Zeitmanagement.

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Die Kurz-Zeit Mediation durchläuft von Ihrer Logik her den vollständigen Prozess einer Mediation. Bei dieser konzentrierter Form der Mediation besteht die Aufgabe des Mediators darin, die Konfliktparteien durch alle Prozessstufen in verdichteter Form zu führen.

Anwendungsfelder:
Die Kurzzeit Mediation bildet hier einen deutlichen Fokus auf die persönliche Beziehung zwischen den Konfliktparteien. Sie wird in der Praxis von den Parteien sehr geschätzt, da sie ihren Konflikt in einer einzigen Sitzung in einem überschaubaren Rahmen lösen können.

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III. Präsenz Mediation

- persönliches Treffen / von Angesicht zu Angesicht mit mehreren Sitzungen -

Diese klassische Form der Mediation setzt die persönliche Anwesenheit der Konfliktparteien und des Mediators voraus. Die Medianden (Konfliktpartien) sind in diesem Mediationsverfahren unmittelbar einbezogen und stehen in direktem Kontakt zueinander. Unter Leitung und Gesprächsführung des in der Sache neutralen und allparteilichen Mediators erörtern sie gemeinsam ihre Interessen und versuchen wechselseitig Verständnis für ihre jeweiligen Bedürfnisse zu entwickeln.

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Bei dieser Mediationsform werden die unterschiedlichen Phasen einer Mediation deutlich erkennbarer durchlaufen. Die Dauer der Präsenz Mediation ist in der Regel zwischen 2-3 Sitzungen (Sitzung a´ 3 Std.)

Anwendungsfelder:
Die Präsenz Mediation bildet ebenfalls einen deutlichen Fokus auf die persönliche Beziehung zwischen den Konfliktparteien. Intensive, oft langjährige persönliche Beziehungen bilden hier das Grundmuster. Typische Fälle sind die Auseinandersetzungen zwischen Mitarbeiter, Geschäftsführern, Gesellschafterkonflikte oder auch in Geschwisterkonflikte, die sich in Erbauseinandersetzungen manifestieren.

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